Wissenschaft in der Papierrestaurierung - Ute Henniges


Die Forschung in der Arbeitsgruppe „Wissenschaft in der Papierrestaurierung” beschäftigt sich mit einer Vielzahl von Fragestellungen aus dem Bereich der Erhaltung von Kulturgut auf der Basis von Papier und Textilien. Durch die Verwendung von analogen analytischen Methoden ist diese Arbeitsgruppe in das Arbeitsumfeld in der Abteilung für Chemie nachwachsender Rohstoffe eingebunden. Der große Unterschied besteht darin, dass sich die Perspektive von der Verwendung und Verwandlung von Rohmaterialien in Richtung der Erhaltung von Zeitzeugen wandelt. Auch zukünftig soll das aus cellulosischen Materialien entstandene Kulturgut zur Verfügung stehen.

Wissenschaft in der Restaurierung” sieht sich als Schnittstelle zwischen praktisch arbeitenden Restauratoren, die oft andere Bedürfnisse und Fragen haben als jene, die schon seit langer Zeit in der Zellstoff- und Papierindustrie verfolgt werden. Die spezifischen Fragen in der Restaurierung reichen von allgemeinen Alterungsmechanismen von Papier und darauf aufgebrachten Farbmitteln, über zerstörungsfreie oder einfache, aber zuverlässige auch tagtäglich gut anwendbare Tests, bis hin zu Fragen über Abbaumechanismen hinter bestimmten konservatorischen Problemen und über Maßnahmen zur nachhaltigen Schadensbegrenzung. An dieser Stelle ist eine enge Kooperation zwischen den chemisch-analytischen Wissenschaften und Restauratoren unabdingbar.

In enger Nachbarschaft zu den anderen Arbeitsgruppen der Abteilung zielt „Wissenschaft in der Papierrestaurierung” darauf ab, Synergien aus der Suche nach neuen Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen zu ziehen, wenn es darum geht, Anwendungen für die restauratorische Praxis  zu finden.