Chemie nachwachsender Rohstoffe - Thomas Rosenau


Die Arbeitsgruppe „Chemie nachwachsender Rohstoffe“ beschäftigt sich mit der chemischen Struktur und Umwandlung von natürlichen Rohstoffen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf organischer Synthesechemie, sowohl in ihrer Anwendung als auch in. Die Forschungsgebiete umfassen organische und analytische Chemie als auch Polymer- und Naturstoffchemie. Organische Synthesechemie und die begleitende Analytik (NMR von Lösungen und Festkörpern, GC, LC, CE mit und ohne MS-Detektion) werden dabei bei Bedarf um Isotopenmarkierung, Kinetik und Erforschung von Mechanismen ergänzt.

Cellulose nimmt als häufigster und wichtigster nachwachsender Rohstoff bei den Forschungsthemen eine wichtige Rolle ein. Die Themen reichen dabei von Grundlagenforschung (Struktur der Cellulose, Wasserstoffbrückensysteme, Quell- und Auflöseverhalten, Synthese und Analyse von Modellverbindungen, Synthese von Cellulosederivaten und Bestimmung der Substitutionsmuster) zu angewandter Forschung (industrielle Prozesse, Cellulosefaser, Spinnverhalten, Lyocell- und Viskosetechnologien, Papierchemie, Leimungsmittel) und analytischen Fragestellungen (Celluloselösungsmittel und –lösungen, Chromophore, funktionelle Gruppen in Cellulose).

Außerdem ist die Chemie phenolischer Antioxidantien mit einem Schwerpunkt auf Tocopherol (Vitamin E) ein Kerngebiet. Hier reichen die Forschungsgebiete ebenfalls von Grundlagen (primäre Oxidationsintermediate, ortho-Chinonmethide, Aromatizität/Antiaromatizität, Spiro-Polymerization als neuer Polymerisationsmechanismus) bis zu angewandten Themen (neue Tocopherolderivate für Pharmazeutika, als Stabilisatoren für die Polymere in Extrudern und Schmelzen). Zwei in der Gruppe entwickelte Wirkstoffe, die auf Tocopherolen aufbauen, wurden bereits als Medikamente zugelassen, andere sind momentan in der klinischen Testungsphase II beziehungsweise III.

Der dritte Schwerpunkt liegt auf grüner chemischer Methodik. Dieses Thema beinhaltet lösungsmittelfreie Synthesen, Wasser als Reaktionsmedium, sowie die Verwendung von Mikrowellen und Ultraschall für Reaktionen.

 

 

Die Arbeitsgruppe „Chemie nachwachsender Rohstoffe“ ist eng mit dem „Christian Doppler-Labors für moderne Cellulosechemie und –analytik“ verbunden..